Der Leistungsbruch

Ein häufiges Problem in der täglichen ärztlichen Praxis ist der sogenannte Leistungsbruch. Dieser kann einzeitig, mehrzeitig oder gleichzeitig auftreten. Wenngleich er hin und wieder überraschend kommt und keinesfalls als willkommen gilt, so geht ihm doch andererseits gewöhnlich die sogenannte weiche Leiste voraus, also das Bild des oder der Früherschöpften mit weichem, also unzureichendem  Leisten. Zunehmender Druck veranlaßt die weiche Leiste zunächst zum Vorquälen, bis es endlich zum Bruch kommt. Zum Leistungsbruch. Zwar bricht hier nichts ab oder um oder aus, aber doch durch, wobei sich das Durchgebrochene durchaus eindrucksvoll darzustellen vermag. Und zwar schlaff und erschöpft unter dem Gürtel hängend, mal rechts, mal links, gelegentlich gar mittig. Der Leistungsbruch wird mit dem Messer behandelt, indem das erbrochene, unnütz gewordene Gewebe zügig weit im Gesunden entfernt und die Leistungslücke umgehend geschlossen wird. Heute mit dem berühmten Netz, durch das keiner je fallen soll, auch nicht der Leistungsbruch.

© Constantin Klein 2019